Warum die Stückliste bei kleinen Haushalten gewinnt
Ein Studierendenhaushalt hat selten Möbel, die jemand ein Leben lang behält. Ein Bett, ein Schrank, ein Schreibtisch, ein Regal, dazu Kartons mit Büchern und Küchenkram. Wer das nach Zimmerzahl abrechnen lässt, bezahlt die Fläche und nicht den Inhalt, und die Fläche ist bei einer Einzimmerwohnung mit halbem Hausstand dasselbe wie bei einer vollgestellten.
Bei uns ist die Rechnung so lang wie die Liste. Zwanzig Kartons kosten sechzig Euro, dreißig Kartons kosten neunzig, und ein Schreibtisch kostet zweiundzwanzig Euro, ob er neu ist oder aus dem Kleinanzeigenportal stammt. Nach oben ist der Preis dadurch begrenzt, und nach unten sorgt der Mindestbetrag von 249 Euro dafür, dass ein Wagen überhaupt losfahren kann.
Wobei sich Zählen besonders lohnt
- Umzug in ein möbliertes Zimmer, bei dem nur Kartons mitkommen
- Wechsel innerhalb desselben Hauses oder der Nachbarstraße
- Erstbezug, bei dem Möbel direkt vom Händler geliefert werden
- Auszug aus einer Wohngemeinschaft ohne gemeinsame Möbel
Der Weg zum Studienort und zurück
Heiligenhafen hat selbst keine Hochschule, und deshalb geht der Weg fast immer nach außen: nach Kiel, nach Lübeck, nach Flensburg oder nach Hamburg. Für diese Strecken gilt dieselbe Stückliste, hinzu kommt ein vorab benannter Betrag für die Anfahrt, damit die Liste bleibt, was sie ist.
Umgekehrt läuft es in den Semesterferien und nach dem Abschluss. Dann kommen Kartons aus Kiel oder Hamburg zurück, oft mit dem halben Hausstand, und viele lagern einen Teil davon ein, bis die erste eigene Wohnung feststeht. Für diesen Zwischenschritt haben wir Boxen ab 9 Euro am Tag, und die Zustellung später rechnen wir mit einem eigenen Betrag ab 89 Euro je Fahrt.
So rechnen wir: 23 Stücke, 254 Euro
Das Beispiel ist ein einzelner Haushalt beim Wechsel in eine kleine Wohnung. 16 Kartons ergeben 48 Euro, ein Bett mit Lattenrost 35 Euro, ein Kleiderschrank 45 Euro, die Waschmaschine 38 Euro. Vier leichte Stücke, also Schreibtisch, Esstisch und zwei Regale, kommen auf 88 Euro. Ein Sofa ist nicht dabei, weil es in dieser Größenordnung selten mitkommt.
Macht 254 Euro für 23 gezählte Stücke. Die Summe liegt nur fünf Euro über dem Mindestbetrag, und das ist kein Zufall: Unterhalb von etwa zwanzig Stücken landen fast alle Listen bei 249 Euro, weil ein Fahrzeug mit Mannschaft auch für eine kurze Fuhre losfahren muss. Wer weniger hat, spart deshalb nicht weiter, und wir sagen das lieber vorher als hinterher.
Zwei Leute, zwei Rechnungen
Beim Zusammenziehen kommt regelmäßig die Frage auf, ob getrennt abgerechnet werden kann. Kann sie, und es ist bei uns unkompliziert, weil die Stückliste ohnehin Position für Position geführt wird. Wir teilen sie nach Herkunft auf, jeder bekommt seinen Teil, und der Mindestbetrag fällt dabei nur einmal an, weil auch nur ein Wagen fährt.
Sinnvoll ist das vor allem, wenn ein Haushalt viel und der andere wenig mitbringt. Bei einer Pauschale würde die Hälfte geteilt, obwohl einer von beiden die Fuhre füllt. Bei einer Zählung zahlt jeder das, was er hat stehen lassen oder eben mitgenommen hat, und darüber muss dann niemand diskutieren.
Was wir für die Aufteilung brauchen
- Zwei Adressen, von denen geladen wird, mit Reihenfolge
- Eine grobe Zählung je Person, Kartons getrennt gestapelt
- Die Angabe, wer welche gemeinsamen Stücke übernimmt
- Zwei Rechnungsanschriften, falls sie voneinander abweichen
Was den Preis am stärksten senkt
Die größte Ersparnis liegt nicht in der Verhandlung, sondern im Vorher. Alles, was Sie nicht mitnehmen, kostet nichts, und alles, was fertig gepackt und griffbereit steht, verkürzt den Tag. Ein Regal für zwanzig Euro über die Ostsee zu fahren ist teurer, als es am Zielort neu zu kaufen, und das sagen wir beim Aufmaß auch dann, wenn es uns Stücke von der Liste nimmt.
Zweitens hilft ein freier Stellplatz. Vierzig Meter Tragweg statt zehn machen bei dreißig Gängen mehr als eine Stunde aus, und wenn es eng wird, brauchen wir eine dritte Kraft. Am Preis nach Stückliste ändert das zwar nichts, aber es entscheidet darüber, ob wir einen Termin überhaupt an einem Vormittag unterbringen können.